Praxis im Wald Teil 2: Veranstaltung für Privatwaldbesitzende (Juni 2022)

Am Samstag, den 25.06.2022, fand der zweite Teil der Veranstaltungsreihe „Praxis im Wald“ statt. Dieses Mal nicht in Vettelschoss, sondern in Rheinbrohl an der „Waldschule“ am Limesturm.

Für den inhaltlichen Input wurden, analog zur ersten Veranstaltung, verschiedene Experten eingeladen. Die Themen reichten von der Baumartenwahl und verändernden Standortsfaktoren im Klimawandel (Dr. Jürgen Gauer, Landesforsten Rheinland-Pfalz) über Strukturen und Aktivitäten im Privatwald vor Ort (Herr Werner Kreiswaldbauverein Neuwied, Herr Fuchs Waldgemeinschaft Marienberg) bis hin zum freiwilligen Landtausch (Herr Kuchar DLR Westerwald-Osteifel) zwischen Waldbesitzenden. Ein besonderes Highlight war wieder die Pflanzaktion, bei der alle Teilnehmenden unter Anleitung von Herrn Fischer (Forstbetrieb Fischer) mit verschiedenen Materialien Eichen pflanzen konnten. Auch dieses Mal war die Veranstaltung war ein voller Erfolg!

Dr. Gauer, Landesforsten Rheinland-Pfalz

Dr. Gauer, Landesforsten Rheinland-Pfalz, Waldmonitoring und Umweltvorsorge: Vortrag über Standortsbedingungen und Veränderungen im Klimawandel zur Baumartenwahl

Pflanzaktion unter Anleitung des Forstbetriebs Fischer

Veranstaltung – Wegebau (Juni 2022)

Am Freitag, den 24.06.2022, fand zusammen mit zehn anliegenden Waldbesitzenden, Vertretern des Kreiswaldbauvereins Neuwied und der Waldgemeinschaft Marienberg sowie weiteren Interessierten am Krumscheider Berg bei Leubsdorf eine Veranstaltung zum Bau eines Maschinenweges statt. Die Veranstaltung wurde auf Initiative der Waldbesitzenden geplant. Ziel war es, in einer gemeinsamen Diskussion den Stellungswert einer ausreichenden Erschließung zu erkennen und Interesse für die weitere Planung eines Weges zu schaffen.

Redner auf der Veranstaltung waren der ortskundige Privatwaldbetreuer Herr Steinebach, Mitarbeiter der Beratungsfirma unique land use und Vertreter des Wegebauunternehmens Hähn. Vorgestellt wurden Wegeskizzen, die die Erschließung des Waldgebiets am Krumscheider Berg verbessern würden. Anschließend fand ein gemeinsamer Flächenbegang statt, bei dem sich die Waldbesitzenden den ungefähren Verlauf eines Weges vorstellen konnten und die Vorteile der Erschließung ersichtlich wurden.

Wegebauveranstaltung Juni 2022

Nach Abschluss wurde allgemeines Interesse bekundet, einen Weg in seiner Planung weiterzuverfolgen. Die weitere Planung des Weges soll bis Ende August abgeschlossen sein.

Start digitales Biodiversiätsmonitoring (Mai 2022)

Anfang Mai hat das digitale naturschutzfachliche Monitoring angefangen. Dazu wurden 10 sogenannte Sound-Rekorder in ausgewählte Bestände im Projektgebiet rund um die Gemeinde Linz am Rhein gehängt. Unterstützt wurde die Aktion von dem Privatwaldbe-treuer Herrn Steinebach sowie dem Forstamtsleiter Herrn Hoffmann, beide vom Forstamt Dierdorf.
Die Bestände wurden so ausgewählt, dass es paarweise Vergleiche für drei verschiedenen Baumarten in wenig und normal bewirtschafteten Beständen gibt. Die ausgewählten Baumarten in vergleichbaren Altersstufen sind Buche, Eiche und Erle. Die Aufnahme findet in der Brutzeit der meisten Vogelarten statt, in welcher diese die höchste akustische Aktivi-tät aufweisen.
Die Sound-Rekorder nehmen nun 6 Wochen lang alle ökoakustischen Signale um sich her-um auf. Hierunter fallen z.B. Vogelstimmen, sowie akustisch aktive Insekten oder andere Tierarten, die Geräusche verursachen. Ziel ist es, die Artenvielfalt zu monitoren und an-schließend zu bewerten. Hierbei spielt die nachgewiesene Korrelation der ökoakustischen Komplexität zur gesamten Artenvielfalt die Hauptrolle. Dies bedeutet, je mehr Geräusche auf einer Fläche aufgenommen werden, desto höher bzw. komplexer ist die Artenvielfalt. Nach den 6 Wochen werden die Rekorder abgehängt und die Analyse der akustischen Signale ausgewertet.
Wir sind gespannt auf die Ergebnisse!

  • Anbringung des Sound-Rekorders an einer Buche

  • Sound-Rekorder im Bestand

  • Buchenbestand in Bruchhausen

  • Herr Steinebach (Privatwaldbetreuer) und Herr Asbeck (unique) beim Anbringen der Sound-Rekorder

Praxis im Wald: Veranstaltung für Privatwaldbesitzende (April 2022)

Am Samstag, den 23.04.2022 fand – pandemiebedingt – seit langem eine erste Präsenzveranstaltung im Wald statt, zu der Privatwaldbesitzende sowie Waldinteressierte rund um Vettelschoß eingeladen wurden.

Für den inhaltlichen Input wurden verschiedene Experten eingeladen. Die Themen reichten von der Baumartenwahl im Klimawandel sowie anhand von sich verändernden Standortsfaktoren (Dr. Jürgen Gauer, Landesforsten Rheinland-Pfalz) bis hin zum freiwilligen Landtausch (Sebastian Turck DLR Westerwald-Osteifel) zwischen Waldbesitzenden. Ein besonderes Highlight war die Pflanzaktion, bei der alle Teilnehmenden unter Anleitung durch das Forstunternehmen Ralf Hecken Garten- & Landschaftsbau mit verschiedenen Materialien Douglasien und Eichen pflanzen konnten. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg und wird demnächst in einer anderen Gemeinde durchgeführt.

  • Dr. Gauer, Landesforsten Rheinland-Pfalz, Waldmonitoring und Umweltvorsorge: Vortrag über Standortsbedingungen und Veränderungen im Klimawandel zur Baumartenwahl

  • Herr Turck DLR Westerwald-Osteifel: Vortrag über den Freiwilligen Landtausch

  • Dr. Gauer bei der Entnahme eines Bodenprofils: Hammerschläge für ein Bohrstockprofil

  • Pflanzaktion mit dem Forstunternehmer Achim Hecken, Forstbetrieb HM Hecken

  • Teilnehmende üben das Pflanzen von Douglasien und Eichen

  • Teilnehmende üben das Pflanzen von Douglasien und Eichen

Erfolgreiche Gründung Waldgemeinschaft Marienberg (April 2022)

Nach intensiver Vorarbeit fand am Donnerstag, den 21.04.2022 die Gründungsveranstaltung der Waldgemeinschaft Marienberg statt. Rund 25 Anwesende, Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, Vertreter von Landesforsten, der Kommunalverwaltungen, der Vorsitzende des Kreiswaldbauvereins und unique trafen sich in der Pasta Schmiede in Bruchhausen. Grußworte sprachen einer der Initiatoren Dr. Helmut Born und Verbandsbürgermeister Hans-Günter Fischer. Durch die Veranstaltung moderierte Forstamtsleiter Uwe Hoffmann, der zunächst die Satzung vorlas und zur Diskussion stellte. Anschließend übernahm er die Wahlleitung zur Wahl des Vorstands.

Am Ende entschlossen sich 12 Waldbesitzende mit rund 80 Hektar Wald den Verein zu gründen. Sie wählten Adalbert Fuchs zum ersten Vorsitzenden, Egon Roos und Michael Graf Hoensbroech zu Stellvertretern. Die Organisation – und das ist ein Novum für Rheinland-Pfalz soll die Rechtsform eines wirtschaftlichen Vereins erhalten. Ziel ist es, so in den Grußworten von Dr. Born, nach der Phase der Etablierung einen Verbund mit dem Kreiswaldbauverein anzustreben.

  • Die Vier Initiatoren und Mitgründer der Waldgemeinschaft Marienberg: Egon Roos, Adal-bert Fuchs, Michael Graf Hoensbroech, Dr. Helmut Born (links nach rechts)

  • Die Gründungsmitglieder Waldgemeinschaft Marienberg

Flächenbegang Bruchhausen-Nonnenfeld (April 2022)

Am 23.04.2022 fand ein gemeinsamer Besuch auf den Durchforstungsflächen in Bruchhausen-Nonnenfeld statt.

Die beiden Nutzungseingriffe in der Buche und der Eiche wurden gemeinsam mit dem neu gewählten Vorstand der Waldgemeinschaft Marienberg und Vertretern der Leader-Projektarbeitsgruppe besichtigt. Die Teilnehmer zeigten sich zufrieden mit der Pfleglichkeit der Nutzung und stellten verschiedene Ideen in den Raum wie es mit dieser Fläche weitergehen könnte und welche naturschutzfachliche Bedeutung ein solcher Eingriff hat.

Es entstand die Idee, im Herbst gemeinsam mit den Waldbesitzern eine Nachpflanzung mit geeigneten Baumarten durchzuführen. Der Bestand soll in seiner Entwicklung unterstützt werden.

Teilnehmende des Flächenbegangs: Dr. Wippel (unique), Herr Steinebach (Privatwaldbetreuer), Herr Werner (Vorstand Kreiswaldbauverein Neuwied), Dr. Born (Gründungsmitglied Waldgemeinschaft Marienberg), Herr Fuchs (Gründungsmitglied Waldgemeinschaft Marienberg), Herr Turck (DLR Westerwald-Osteifel), Herr Roos (Gründungsmitglied Waldgemeinschaft Marienberg) (links nach rechts)

Drohneneinsatz während der Fällarbeiten (März 2022)

Zu Vorbereitung des Nutzungseingriffs in Nonnenfeld wurde der Bestand mehrmals began-gen und ausgezeichnet. Beim Auszeichnen werden die Bäume, die entnommen werden sollen, ausgewählt und farblich markiert, so dass für das Forstunternehmen klar ist, welche Bäume gefällt werden sollen. Die Fällmaßnahmen selbst, wurde dann von einer Drohne begleitet, die viele interessante Aufnahmen der Fällung und des Abtransports des Holzes gemacht hat.
Zum Einsatz kam eine DJI Phantom 4 Pro, mit ihren Abstandsensoren ist sie in der Lage da-zu, auch in einer komplexen Umgebung wie dem Wald zu fliegen, ohne mit tiefhängenden Ästen oder Bäumen zu kollidieren. Trotzdem ist viel Fingerspitzengefühl notwendig. Durch den Einsatz einer Drohne lassen sich nicht nur Ernte- und Verfahrenstechniken beobachten, sondern auch der Zustand vor und nach der Durchforstung aus der Luft gut vergleichen.
Die Videos werden für den Film über Fällmaßnahme verwendet – vom Auszeichnen der Bäume über die Fällung bis hin zum Abtransport des Holzes – der demnächst hier zu finden ist. Einen ersten Einblick gibt es hier bereits jetzt:

Nutzungseingriff Nonnenfeld erfolgreich abgeschlossen (März 2022)

Nach erfolgreicher Planung sowie dem Zusammenbringen der betreffenden Waldbesitzenden, konnte am 22.03.2022 die erste gemeinschaftliche Nutzungsmaßnahme begonnen werden. Die Maßnahme fand auf zwei Flächen bei Bruchhausen statt: Ein Buchenbestand auf ebener Fläche, rund 1 Hektar groß sowie ein Eichenbestand am Hang, der etwa 4 Hektar groß ist. Durch die Holzerlöse kam es zu keinem finanziellen Mehraufwand für die Waldbesitzende. Ziel der Maßnahme war eine Stabilisierung der Bestände durch die Entnahme einiger Bäume, um einen langfristigen Erhalt sowie das Wachstum der Bäume weiter zu unterstützen.

Demnächst ist hier auch Video von der Maßnahme mit vielen interessanten Hintergrundinformation zum Ablauf einer Fällmaßnahme zu sehen: Vom Auszeichnen der Bäume über die Fällung bis hin zum Abtransport des Holzes.

Workshop zur Gemeinsamen Bewirtschaftung in Bruchhausen am 14. August 2021

Zu dem Workshop wurden die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer des Buchenbestandes „Am Nonnenfeld“ eingeladen, um eine gemeinsame Waldbewirtschaftung vorzustellen und zu diskutieren. In der Ausgabe 34/2021 des Mitteilungsblatt der Verbandsgemeinde Linz erschien folgender Artikel zu der Veranstaltung.

In den Altbuchen geht es nur gemeinsam

Den Originalartikel lesen Sie hier.

Am vergangenen Samstag trafen sich in der Gemarkung Erpel rund 20 Privatwaldbesitzende aus der Region. Zu der Veranstaltung hatte das Leader-Projekt Waldwärts-Rhein-Wied der drei Verbandsgemeinden Linz, Bad Hönningen und Unkel eingeladen. Grußworte sprach der Bürgermeister der Ortsgemeinde Bruchhausen, Markus Fischer, die selbst Eigentümerin von Waldparzellen in der Gemarkung ist. Diskutiert wurden die Möglichkeiten zu einer gemeinsamen Waldbewirtschaftung besonders klein parzellierter Flächen. Dass es hier besser gemeinschaftlich geht, demonstrierte Marlène Zehfuß von der Firma UNIQUE am Beispiel des Buchenbestands „Am Nonnenfeld“ auf der Gemarkung Erpel. Diese Flächen sind seit Jahren größtenteils nicht mehr bewirtschaftet. Die Bestände sind bis über 30 Meter hoch, die Bäume stehen beieinander und sind nicht einfach zu durchforsten. Hinzu kommt die Kleinparzellierung der Fläche: Durchschnittlich sind die Flurstücke im Bestand weit unter 1000 Quadratmeter groß und oft nur wenige Meter breit. Manche Flurstücke haben wenige oder keine Bäume. Auf anderen ist es unmöglich, beim Fällen den Baum nur auf dem eigenen Flurstück auf den Boden zu bringen.

Hier wurde die Möglichkeit einer Durchforstung vorgestellt. Ziel es ist, Altbäume zu entnehmen, um Licht auf den Boden zu bringen. Das regt die natürliche Verjüngung des Bestandes an. Privatwaldbetreuer Steinebach vom Forstamt Dierdorf erläuterte, wie wichtig es ist, auf diese Verjüngungsmethode zu setzen. Denn der jetzige Wald ist aus Stockausschlag entstanden und die Stammbasis besitzt oftmals Faulstellen. Für eine Verjüngungsmaßnahme müssen jedoch viele Eigentümer einer gemeinsamen Durchforstungsmaßnahme zustimmen. Nur so kann die Erreichbarkeit der Flächen für die Holzrückung ermöglicht werden. Durch den Verkauf der Bäume werden die Erntekosten gedeckt und es bleibt ein kleiner Überschuss, rechnet Försterin Zehfuß vor. Die Eigentümer können sich Holz für den eigenen Kamin aus diesem Schlag sichern.

Zweiter Exkursionspunkt war ein Eichenbestand am Steilhang. Dieser Wald besitzt eine außerordentlich wichtige Funktion als Bodenschutzwald. Durch die Wurzeln wird der Boden befestigt, die Überschirmung durch die Kronen bremst den Aufprall des Regen ab. Der Bestand weist bereits viele umgestürzte Bäume auf. Hohe Wilddichte verhindert eine Naturverjüngung. Da im Zuge des Klimawandels mit vermehrten Starkregenereignissen gerechnet werden muss, wäre eine Stabilisierung und Verjüngung des Bestandes gerade in dieser Steilhanglage extrem wichtig. Damit verbessert sich nachhaltig auch die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens, wie Privatwaldbetreuer Steinebach erläutert. Ökonomisch könnte zwar etwas Holz bei einer Pflegemaßnahme geerntet und als Brennholz verkauft werden. Allerdings wären die Erntekosten am Hang teuer. Ein Vorschlag von Försterin Zehfuß ist, einen möglichen Überschuss an einigen Stellen in die Pflanzung von klimaangepassten, mediterranen Baumarten zu investieren. Da diese Waldfläche zudem weniger kleinparzelliert ist, wäre eine Pflegemaßnahe leichter zu organisieren. Zumal die Ortsgemeinde Bruchhausen auch Eigentümerin eines Teils der Fläche ist. Der anwesende Ortsbürgermeister Markus Fischer findet die Idee positiv und will eine Beteiligung mit dem Ortsgemeinderat diskutieren.

Am Ende der Veranstaltung zeigten sich die anwesenden Waldbesitzenden an den Maßnahmen sehr interessiert. In einem nächsten Schritt werden weitere Eigentümer ausfindig gemacht. Bislang konnten nicht alle Adressen recherchiert oder Waldbesitzer ausfindig gemacht werden. Eine erfolgreiche Durchforstungsmaßnahme wäre auch ein ermutigendes Signal für die gestartete Initiative „Waldbaugemeinschaft Marienberg“. Diese stellte Egon Roos, Vertreter des Kreiswaldbauvereins Neuwied, den Teilnehmern vor. Innerhalb des Kreiswaldbauvereins will diese Initiative in Zukunft dringende Pflege- und Bewirtschaftungsmaßnahmen organisieren. Denn, darin waren sich alle Teilnehmer der Veranstaltung am Ende einig, auch der Wald in der Region nimmt eine Schlüsselrolle im Klimawandel ein.

Hotspot-Inventur (Sommer 2021)

2021 wurden so genannte Hotspot-Inventuren an verschiedenen Stellen der drei Verbandsgemeinden Bad Hönningen, Linz am Rhein und Unkel durchgeführt. Dabei wurde Parameter wie Baumarten, Baumartenanteile, Alter und Vorräte aufgenommen. Aus diesen aufgenommenen Daten können Aussagen zu den verschiedenen Waldtypen getroffen werden, die beispielsweise die zukünftigen Nutzungsmöglichkeiten betreffen. In einem der Hotspots – Am Nonnenfeld bei Bruchhausen – wurde im März 2022 beispielhaft eine gemeinschaftliche Nutzungsmaßnahme durchgeführt.

Die aufgenommenen Daten wurden für jeden Hotspot aufbereitet und in einem Web-GIS zur Verfügung gestellt.