Veranstaltung Privatwaldbesitzende Vettelschoß (April 2022)

Am Samstag, den 23.04.2022 fand – pandemiebedingt – seit langem eine erste Präsenzveranstaltung im Wald statt, zu der Privatwaldbesitzende sowie Waldinteressierte rund um Vettelschoß eingeladen wurden.

Für den inhaltlichen Input wurden verschiedene Experten eingeladen. Die Themen reichten von der Baumartenwahl im Klimawandel sowie anhand von sich verändernden Standortsfaktoren (Dr. Jürgen Gauer, Landesforsten Rheinland-Pfalz) bis hin zum freiwilligen Landtausch (Sebastian Turck DLR Westerwald-Osteifel) zwischen Waldbesitzenden. Ein besonderes Highlight war die Pflanzaktion, bei der alle Teilnehmenden unter Anleitung durch das Forstunternehmen Ralf Hecken Garten- & Landschaftsbau mit verschiedenen Materialien Douglasien und Eichen pflanzen konnten. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg und wird demnächst in einer anderen Gemeinde durchgeführt.

  • Dr. Gauer, Landesforsten Rheinland-Pfalz, Waldmonitoring und Umweltvorsorge: Vortrag über Standortsbedingungen und Veränderungen im Klimawandel zur Baumartenwahl

  • Herr Turck DLR Westerwald-Osteifel: Vortrag über den Freiwilligen Landtausch

  • Dr. Gauer bei der Entnahme eines Bodenprofils: Hammerschläge für ein Bohrstockprofil

  • Pflanzaktion mit dem Forstunternehmer Achim Hecken, Forstbetrieb HM Hecken

  • Teilnehmende üben das Pflanzen von Douglasien und Eichen

  • Teilnehmende üben das Pflanzen von Douglasien und Eichen

Gründungsveranstaltung Waldgemeinschaft Marienberg (April 2022)

Nach intensiver Vorarbeit fand am Donnerstag, den 21.04.2022 die Gründungsveranstaltung der Waldgemeinschaft Marienberg statt. Rund 25 Anwesende, Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, Vertreter von Landesforsten, der Kommunalverwaltungen, der Vorsitzende des Kreiswaldbauvereins und unique trafen sich in der Pasta Schmiede in Bruchhausen. Grußworte sprachen einer der Initiatoren Dr. Helmut Born und Verbandsbürgermeister Hans-Günter Fischer. Durch die Veranstaltung moderierte Forstamtsleiter Uwe Hoffmann, der zunächst die Satzung vorlas und zur Diskussion stellte. Anschließend übernahm er die Wahlleitung zur Wahl des Vorstands.

Am Ende entschlossen sich 12 Waldbesitzende mit rund 80 Hektar Wald den Verein zu gründen. Sie wählten Adalbert Fuchs zum ersten Vorsitzenden, Egon Roos und Michael Graf Hoensbroech zu Stellvertretern. Die Organisation – und das ist ein Novum für Rheinland-Pfalz soll die Rechtsform eines wirtschaftlichen Vereins erhalten. Ziel ist es, so in den Grußworten von Dr. Born, nach der Phase der Etablierung einen Verbund mit dem Kreiswaldbauverein anzustreben.

  • Die Vier Initiatoren und Mitgründer der Waldgemeinschaft Marienberg: Egon Roos, Adal-bert Fuchs, Michael Graf Hoensbroech, Dr. Helmut Born (links nach rechts)

  • Die Gründungsmitglieder Waldgemeinschaft Marienberg

Flächenbegang Bruchhausen-Nonnenfeld (April 2022)

Am 23.04.2022 fand ein gemeinsamer Besuch auf den Durchforstungsflächen in Bruchhausen-Nonnenfeld statt.

Die beiden Nutzungseingriffe in der Buche und der Eiche wurden gemeinsam mit dem neu gewählten Vorstand der Waldgemeinschaft Marienberg und Vertretern der Leader-Projektarbeitsgruppe besichtigt. Die Teilnehmer zeigten sich zufrieden mit der Pfleglichkeit der Nutzung und stellten verschiedene Ideen in den Raum wie es mit dieser Fläche weitergehen könnte und welche naturschutzfachliche Bedeutung ein solcher Eingriff hat.

Es entstand die Idee, im Herbst gemeinsam mit den Waldbesitzern eine Nachpflanzung mit geeigneten Baumarten durchzuführen. Der Bestand soll in seiner Entwicklung unterstützt werden.

Teilnehmende des Flächenbegangs: Dr. Wippel (unique), Herr Steinebach (Privatwaldbetreuer), Herr Werner (Vorstand Kreiswaldbauverein Neuwied), Dr. Born (Gründungsmitglied Waldgemeinschaft Marienberg), Herr Fuchs (Gründungsmitglied Waldgemeinschaft Marienberg), Herr Turck (DLR Westerwald-Osteifel), Herr Roos (Gründungsmitglied Waldgemeinschaft Marienberg) (links nach rechts)

Nutzungseingriff Nonnenfeld (März 2022)

Nach erfolgreicher Planung sowie dem Zusammenbringen der betreffenden Waldbesitzenden, konnte am 22.03.2022 die erste gemeinschaftliche Nutzungsmaßnahme begonnen werden. Die Maßnahme fand auf zwei Flächen bei Bruchhausen statt: Ein Buchenbestand auf ebener Fläche, rund 1 Hektar groß sowie ein Eichenbestand am Hang, der etwa 4 Hektar groß ist. Durch die Holzerlöse kam es zu keinem finanziellen Mehraufwand für die Waldbesitzende. Ziel der Maßnahme war eine Stabilisierung der Bestände durch die Entnahme einiger Bäume, um einen langfristigen Erhalt sowie das Wachstum der Bäume weiter zu unterstützen.

Demnächst ist hier auch Video von der Maßnahme mit vielen interessanten Hintergrundinformation zum Ablauf einer Fällmaßnahme zu sehen: Vom Auszeichnen der Bäume über die Fällung bis hin zum Abtransport des Holzes.

Workshop zur Gemeinsamen Bewirtschaftung in Bruchhausen am 14. August 2021

Zu dem Workshop wurden die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer des Buchenbestandes „Am Nonnenfeld“ eingeladen, um eine gemeinsame Waldbewirtschaftung vorzustellen und zu diskutieren. In der Ausgabe 34/2021 des Mitteilungsblatt der Verbandsgemeinde Linz erschien folgender Artikel zu der Veranstaltung.

In den Altbuchen geht es nur gemeinsam

Den Originalartikel lesen Sie hier.

Am vergangenen Samstag trafen sich in der Gemarkung Erpel rund 20 Privatwaldbesitzende aus der Region. Zu der Veranstaltung hatte das Leader-Projekt Waldwärts-Rhein-Wied der drei Verbandsgemeinden Linz, Bad Hönningen und Unkel eingeladen. Grußworte sprach der Bürgermeister der Ortsgemeinde Bruchhausen, Markus Fischer, die selbst Eigentümerin von Waldparzellen in der Gemarkung ist. Diskutiert wurden die Möglichkeiten zu einer gemeinsamen Waldbewirtschaftung besonders klein parzellierter Flächen. Dass es hier besser gemeinschaftlich geht, demonstrierte Marlène Zehfuß von der Firma UNIQUE am Beispiel des Buchenbestands „Am Nonnenfeld“ auf der Gemarkung Erpel. Diese Flächen sind seit Jahren größtenteils nicht mehr bewirtschaftet. Die Bestände sind bis über 30 Meter hoch, die Bäume stehen beieinander und sind nicht einfach zu durchforsten. Hinzu kommt die Kleinparzellierung der Fläche: Durchschnittlich sind die Flurstücke im Bestand weit unter 1000 Quadratmeter groß und oft nur wenige Meter breit. Manche Flurstücke haben wenige oder keine Bäume. Auf anderen ist es unmöglich, beim Fällen den Baum nur auf dem eigenen Flurstück auf den Boden zu bringen.

Hier wurde die Möglichkeit einer Durchforstung vorgestellt. Ziel es ist, Altbäume zu entnehmen, um Licht auf den Boden zu bringen. Das regt die natürliche Verjüngung des Bestandes an. Privatwaldbetreuer Steinebach vom Forstamt Dierdorf erläuterte, wie wichtig es ist, auf diese Verjüngungsmethode zu setzen. Denn der jetzige Wald ist aus Stockausschlag entstanden und die Stammbasis besitzt oftmals Faulstellen. Für eine Verjüngungsmaßnahme müssen jedoch viele Eigentümer einer gemeinsamen Durchforstungsmaßnahme zustimmen. Nur so kann die Erreichbarkeit der Flächen für die Holzrückung ermöglicht werden. Durch den Verkauf der Bäume werden die Erntekosten gedeckt und es bleibt ein kleiner Überschuss, rechnet Försterin Zehfuß vor. Die Eigentümer können sich Holz für den eigenen Kamin aus diesem Schlag sichern.

Zweiter Exkursionspunkt war ein Eichenbestand am Steilhang. Dieser Wald besitzt eine außerordentlich wichtige Funktion als Bodenschutzwald. Durch die Wurzeln wird der Boden befestigt, die Überschirmung durch die Kronen bremst den Aufprall des Regen ab. Der Bestand weist bereits viele umgestürzte Bäume auf. Hohe Wilddichte verhindert eine Naturverjüngung. Da im Zuge des Klimawandels mit vermehrten Starkregenereignissen gerechnet werden muss, wäre eine Stabilisierung und Verjüngung des Bestandes gerade in dieser Steilhanglage extrem wichtig. Damit verbessert sich nachhaltig auch die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens, wie Privatwaldbetreuer Steinebach erläutert. Ökonomisch könnte zwar etwas Holz bei einer Pflegemaßnahme geerntet und als Brennholz verkauft werden. Allerdings wären die Erntekosten am Hang teuer. Ein Vorschlag von Försterin Zehfuß ist, einen möglichen Überschuss an einigen Stellen in die Pflanzung von klimaangepassten, mediterranen Baumarten zu investieren. Da diese Waldfläche zudem weniger kleinparzelliert ist, wäre eine Pflegemaßnahe leichter zu organisieren. Zumal die Ortsgemeinde Bruchhausen auch Eigentümerin eines Teils der Fläche ist. Der anwesende Ortsbürgermeister Markus Fischer findet die Idee positiv und will eine Beteiligung mit dem Ortsgemeinderat diskutieren.

Am Ende der Veranstaltung zeigten sich die anwesenden Waldbesitzenden an den Maßnahmen sehr interessiert. In einem nächsten Schritt werden weitere Eigentümer ausfindig gemacht. Bislang konnten nicht alle Adressen recherchiert oder Waldbesitzer ausfindig gemacht werden. Eine erfolgreiche Durchforstungsmaßnahme wäre auch ein ermutigendes Signal für die gestartete Initiative „Waldbaugemeinschaft Marienberg“. Diese stellte Egon Roos, Vertreter des Kreiswaldbauvereins Neuwied, den Teilnehmern vor. Innerhalb des Kreiswaldbauvereins will diese Initiative in Zukunft dringende Pflege- und Bewirtschaftungsmaßnahmen organisieren. Denn, darin waren sich alle Teilnehmer der Veranstaltung am Ende einig, auch der Wald in der Region nimmt eine Schlüsselrolle im Klimawandel ein.

Hotspot-Inventur (Sommer 2021)

2021 wurden so genannte Hotspot-Inventuren an verschiedenen Stellen der drei Verbandsgemeinden Bad Hönningen, Linz am Rhein und Unkel durchgeführt. Dabei wurde Parameter wie Baumarten, Baumartenanteile, Alter und Vorräte aufgenommen. Aus diesen aufgenommenen Daten können Aussagen zu den verschiedenen Waldtypen getroffen werden, die beispielsweise die zukünftigen Nutzungsmöglichkeiten betreffen. In einem der Hotspots – Am Nonnenfeld bei Bruchhausen – wurde im März 2022 beispielhaft eine gemeinschaftliche Nutzungsmaßnahme durchgeführt.

Die aufgenommenen Daten wurden für jeden Hotspot aufbereitet und in einem Web-GIS zur Verfügung gestellt.